So steht es für alle Zeit im Gipfelbuch des Schreckensteiner Turms.
Olaf hatte herausgefunden, dass der Klub bereits 59 Jahreserste auf dem Klubgipfel hatte. Schön, dass es 2018 wieder geklappt hatte. Aber gemach…
Wie schon seit einigen Jahren hatten wir (Elke und ich) die Bärbel und den Frank am Lichtenhainer WF abgeholt. Auf dem Rücksitz hatten wir Anne mitgebracht.
Die wollte mal wieder zum Schreckensteiner und noch ein paar Gipfel abhaken, die ihr fehlten.
Letztes Jahr hatte ich im Bericht zur JE-Tour geschrieben, ob wir vielleicht mal ein Trio machen, nach dem Duo Eisenspitze und Schreckensteiner.
Und jetzt war es soweit.
Im Sommer hatten wir mit einer Erkundungsexpedition die Anwärter auserkoren und die Zugänge ausfindig gemacht. Aber in der Zwischenzeit waren ein stärkerer Wind und ein Forstbetrieb durch den Wald gerauscht. Die Wege im Zugang zur Dorfbachwand und Dorfbachstein waren nicht wiederzuerkennen. Schlamm und aufgewühltes Gelände überall.
Waldpfad nach dem Forstbetrieb
An der Dorfbachwand angekommen sah es in der Scharte doch ein wenig feucht aus. An der Ostkante lief nur so das Wasser runter. Also rüber zum alten Weg, ein Schlaraffenland für Bergziegen – so schön grün. Ich steige vorsichtig vor und putze die Tritte. Der listige Frank mit seiner Erfahrung stellt mir einen Dastelbaum zur Seite, damit ich überhaupt was zum Sichern habe. In der Mitte ist der Stamm gebrochen, aber wenn er gerade übereinander steht sollts halten – theoretisch (nur auf Druck belastet, nicht auf Biegung – würde ein Statiker formulieren und noch einen Knicknachweis fordern). Alles geht gut, Frank und Anne kommen nach.
„Bergfreunde reichen sich die Hand zur Jahresersten auf der Dorfbachwand“.
Das nächste ist der Dorfbachstein, da war ich noch nie. Ein grünes Juwel im Wald – ein echter Smaragd. Das einzig mögliche heute ist der Alte Weg. Ich mach wieder den Vorstieg. Die Schwierigkeit war, in die glitschige Kaminrinne zu kommen. Bei Frank und Anne geht das schneller. Frank macht unterwegs Bekanntschaft mit der einzigen Pfütze und der Rücken von Anne sieht sehr moosig aus. So möchte ich erst in 100 Jahren aussehen.
Dorfbachstein mit moosiger Anne und nassem Frank
Aber Lohn der Drecksarbeit ist die Jahreserste.
Der nächste Kandidat ist die Scheibe am Tellerhörnel. Endlich mal Fels an den Händen!
Schnell bin ich oben. Und da wir auch hier die Ersten 2018 sind, kommt sogar Frank mit hoch. Anne erreicht damit auch den dritten für sie neuen Gipfel in diesem noch jungen Jahr.
„Diese Scheibe ist Ein Hit, wann kriegt ihr das endlich mit?“ war mal ein Hit von der Band Insterburg & Co von 1975. Fand ich ganz angebracht für die Scheibe als JE-Spruch hinter dem BergHeil!.
Nun beginnt die Wanderetappe, erst runter ins Kirnitzschtal, dann zur Brücke und auf dem Weg zum Dreiwinkelgrund. Und da oben steht er wieder, der Schreckensteiner Turm. Ich finde, dass es ein schöner Klubgipfel ist. Ein herrliches Gebiet, wenig Gedränge (da er bissl abseits steht) und Wege in allen Schwierigkeitsgraden und für jeden Geschmack. Und typisch Sächsische Schweiz steht er auf einem Riff.
Frank lässt mir den Vortritt, und so komme ich zum 4. Vorstieg heute. Die Variante zum NO-Weg wird geklettert.
Erwartungsvoll mache ich das Gipfelbuch auf. Ja, die letzte Seilschaft war im November oben. Frank, Bärbel und Anne kommen nach. Schneller Eintrag, abseilen und auf der Terrasse wartet schon Elke mit Tee, Gebäck und Stollen.
(Anmerkung: Anne isst keinen Rosinenstollen, Mandelstollen jedoch schon.)
Lacht doch mal, es ist der letzte Gibbl für heute
Es dämmert bereist auf dem Rückweg. Als wir an der Buchenparkhalle sind, geht gerade der Mond auf. Heut ist er besonders groß, da morgen ein Supervollmond ist.
An der Autotür steckt als Gruß von Susanne und Mario ein Zweiglein. Die beiden haben am Nachmittag die beiden Dreibrüdersteine gemacht und auch dort die JE abgeholt.
An diesem 1. Januar waren auch noch Georg und Kent, Olaf und Peter und der Claus erfolgreich unterwegs.
Vesper auf der Terrasse am Schreckensteiner Turm
Und nächstes Jahr ?
Wolfram