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Zufallsbild

Teilnehmer:

Hans Zimmermann/Else Jacob, Hans Dreßler/Gretel Abram, Herbert Lorenz und Alfred Kalmär

Wir, die Arbeitslosenbucht, mußten uns mit einer Klettertour in unseren heimatlichen Bergen begnügen, doch wir freuten uns darauf. Von unserem, jetzt üblichen Treffpunkt, dem Prohliser Gasthof, nahm die Fahrt ihren Ausgang.

Pünktlich, Ostersonntag früh 6.00 Uhr rollerten wir auf unseren Vehikeln los, über Pirna, Ebenheit, Struppen, am Königsteiner Berg hinunter in die Stadt; hier ereilten uns die ersten Tropfen; doch weiter gings nach Schandau, auf der anderen Seite hinaus nach dem Beuthen-Fall. ½ 9 Uhr wars, als wir bei ganz nettem Regen von den Rädern fliegen. Die Räder in den Schuppen, wir in die Gaststube, um mit Andacht zu frühstücken. Eine Stunde war vergangen, als wir die gastliche Stätte verließen, noch fiel der Strichregen in unvermindertem Tempo. Gemächlich trotteten wir den Dietrichsgrund hinaus, weiter die Zeughausstraße, unserem Ziele, dem kleinen Bärenhorn schon sehr nahe, faßten wir einen anderen Beschluß. Wir gehen ins „Pöchlingsloch“ lautete der allgemeine Wunsch. Denn mit dem Klettern ist es in den nächsten Stunden sowieso nichts, wenn wir heute überhaupt noch dazukommen. Abgemacht. Also gerade hoch und dann den uns wohlbekanntesten schmalen Pfad rechts ab. Wir wähnten uns dort allein, wurden aber eines anderen belehrt. Fröhliches Leben herrschte schon, ein Feuer prasselt, andere hatten von unserem Camp Besitz ergriffen. Doch auch wir blieben, entfachten ein Feuer und richteten uns auf Hierbleiben ein.

Mittag kam heran, die Freßkisten hervorgeholt und die Kinnladen taten das Ihre. Nach dem Dessert eine Fröta und danach ein wenig Arbeit. Die ganze Umgebung dröhnte von Beil- und Hammerschlägen und krachenden Holzstämmen, denn die Flammen fraßen allerhand. Draußen fiel der Regen und wollte nicht aufhören. Stunde um Stunde verrann. Der nötige Klamauk und Hobelspiel ließ sie doppelt schnell entschwinden.Der Uhrzeiger wieß bereits die fünfte Stunde, ein Schälchen Heeßer wurde noch herumgereicht, dann die Koffer gepackt, hinauf auf die Höhe und die Wurzel hinab nach Schmilka. Bei Thomas, dem wir geschrieben hatten, glaubten wir schlafen zu können, nichts wars, alles voll, die Gaststube war eine einzige Rauchwolke. Nach unsrigem aber erfolglosen Hin und Herfragen im Ort trollten wir uns nach Postelwitz. Hier schon fast dasselbe.  Doch endlich im Erbgericht konnten wir bleiben. Es war inzwischen 8.00 geworden. Der Leib verlangte nach Essen und Trinken. Beides tat man in Gebührender Weise und um 11.00 zogen wir uns zurück. Damen wie Herren für sich. Noch vor dem Einschlafen hörten wir den Regen fallen.

Der nächste Tag schien schön zu werden. Noch am Kaffetisch schlug die Stimmung um, als die Rechnung erschien. 6 Personen schlafen 5,55 Mk. Auch das Kaffetrinken war teuer ½ Portion -, 33 Mk, ein Stück Kuchen -, 25 Mk. Vom Schlafen wurde etwas abgehandelt, es wurde gezahlt und gegangen. Draußen dann das große Maulieren. Dabei waren wir im Nu am Zahngrund, stapften empor, am Wurzelweg entlang. Hier tat die Sonne, als wir uns dem Falkenstein näherten, ihren ersten verstohlenen Blick. Dreßler und die Damen schickten wir auf die „Hohe Liebe“, wir anderen wandten uns zum „Hohen Riß“. Gleich ging es los. Zimmt in Führung, ich als zweiter, am Ende Herbert. Auf den ersten zu zweiten Absatz. Hinter uns gleich eine andere 2er Partie. Um die ganze Sache zu beschleunigen ging dann Herbert mit der 2er Partie. Bald führte ich am 3. Absatz. Hans mühte sich sehr am engen Riß, endlich hatte er es geschafft und rasch folgte ich. Doch man schien auf dem Falkenstein zu sein, so viele Leute. Männlein und Weiblein. Schuster und Turnerweg total verstopft. Schnell eine gezirpt, dann wollten wir hinunter. Denn kalt wars oben lausig.  Doch die Partie in der Herbert hing, war noch unterwegs. Doch auch sie traf ein und jetzt mußten wir noch warten eh wir absteigen konnten. Doch dann gings umso schneller. 3 absteigende Partien überholten wir und waren schnell unten. Aber 3 Stunden waren vergangen. ¾ 1 Uhr waren wir bei unseren Leuten, das Essen bereits fertig. So lagen wir noch 2 Stunden in der Sonne. Um 3 Uhr waren wir schon längst unterwegs Richtung Lorenz-Türme. Zimmt wollte es nochmal wissen, schleppte Herbert mit, unterdessen wir anderen am Wegesrand in der Sonne saßen. Um 5 Uhr wollte ich vom Beuthen-Fall starten, denn ich hatte kein Licht mit. Die anderen wollten mitfahren und so mußte ich noch feste aufmöbeln. Herrlichster Sonnenschein, als wir am Bloßstock vorbeigehen. ¼ 6 ists als wir am Beuthen-Fall eintrafen. Weitere 20 Min. vergehen, ehe wir startbereit sind. Dann geht’s los.

Herbert und ich fahren als letzte, als  wir um eine Kurve kommen, sitzt die liebe Guste im Graben und heult, eine Carambolage hatte mit Hans ihr einen Bluterguß im Knie hinterlassen. Großes Mallieren und Bedauern. Ich aber mußte mich sputen, verabschiedete mich kurz und legte los. Herbert folgte mir, doch ich hatte ihn bald abgehängt. Eine Partie nach der Anderen ließ ich hinter mir. Noch vor ¾ 8 Uhr traf ich in Reick ein, verschnaufte ein wenig, borgte mir beim Dicken eine Lampe und trat den Endspurt an. Ich war satt, als ich zu Hause war. Die anderen hatten sich dann Zeit genommen und trafen erst viel, viel später in Dresden ein. So war diese Ostertour in keiner Weise dazu angetan, befriedigende Eindrücke zu hinterlassen.